Sonntag, 14. Oktober 2018, 17 Uhr

München, Schloss Nymphenburg, Johannissaal

 

Klavierabend

Felix Mendelssohn Bartholdy:

6 Lieder ohne Worte op. 19

Gustav Jenner: Variationen F-dur

Franz Schubert: Sonate B-dur D 960

 

Fast eine Uraufführung! Ich spiele die unveröffentlichten F-dur-Variationen von Gustav Jenner, die ich aus dem Manuskript (s.o.) studiert habe. Jenner war der einzige Schüler von Johannes Brahms und konzipierte das Werk teilweise noch unter dessen Fittichen, wie er in seinen Erinnerungen berichtet (aus denen natürlich hier einleitend vorgelesen wird). Es wird sich zeigen, dass Jenner zu Unrecht als Epigone gilt, sondern wunderschöne, originelle, wenn auch ("glücklicherweise!" wird mancher sagen) in traditioneller Tonsprache verfasste musikalische Gedanken zu Papier brachte, die beim Vergleich mit Mendelssohn und Schubert erstaunlich gut abschneiden!

Mendelssohns Lieder ohne Worte gelten vielen Musikliebhabern als nette Kleinigkeiten ohne Tiefgang. Dieser oberflächliche Eindruck ändert sich schlagartig, sobald man, wie es vom Komponisten vorgesehen ist, immer sechs Stücke hintereinander als Zyklus vorträgt. Plötzlich entdeckt man Untiefen, und bereits im ersten Heft, hier geschlossen vorgetragen, geht es buchstäblich um Leben und Tod.  -  Schuberts letzte Klaviersonate hingegen braucht keine Rehabilitation. Seit Jahrzehnten verströmt sie - das Spätwerk eines 30jährigen! - ihre großartige Harmonie und zieht die Menschen unwiderstehlich in ihren Bann.

 

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